Blogeintrag

#Einwurf „Die Hinrunde war wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde“

Die Hinrunde ist unterbrochen, wenngleich ein Großteil der Spiele bisher absolviert wurde. Zeit für unsere Redaktion mit neuen Ausgaben unserer Interviewserie #Einwurf aufzuwarten. Einen Rückblick werfen zuerst die Trainer unserer ersten Männermannschaft Andreas „Atze“ Dudek und Tim Rosenstock.

Die Saison ist mal wieder unterbrochen, wie schätzt ihr die Hinrunde bisher ein?

Atze: Der Abbruch ist natürlich sehr Schade, aber auf Grund der Pandemie sicher unumgänglich. Ich bin froh, dass die Entscheidung vom Fußballverband getroffen wurde. Für mich hätte es keinen Sinn ergeben, wenn die Saison mit 2G Regel weiter gegangen wäre. Es wäre absolute Wettbewerbsverzerrung entstanden. Wie schätze ich die Hinrunde bisher ein? Ich würde sagen Doktor Jekyll und Mister Hyde. Zwei unterschiedlichere Gesichter kann man als Mannschaft wohl nicht zeigen. Aber grundsätzlich kein Vorwurf an die Jungs. Bei den Niederlagen gab es einige Faktoren die in der gesamten Konstellation ungünstig waren. Verletzungen, Arbeit, Pandemie usw. Aber das ist natürlich keine Ausrede da es den anderen Vereinen ähnlich geht. Sicherlich wäre in einigen Spielen mehr drin gewesen, denn bis auf die Sportsfreunde aus Holzthaleben war ja keine Mannschaft wirklich überlegen. Hier und da fehlte der absolute Siegeswille!

Tim: Wenn wir unter den Bedingungen weitergespielt hätten, hätte das ein sehr verzerrtes Wettbewerbsbild ergeben. Außerdem waren viele Mannschaften bereits durch Verletzungen oder Quarantänemaßnahmen so schon arg gebeutelt und da nehme ich uns explizit nicht raus. Ich sehe das in der Hinrunde ähnlich wie Atze. Wir haben einige überragende Leistungen auf den Platz gebracht, wenn ich da nur exemplarisch an das Heimspiel gegen Rottleben denke. Andererseits mussten wir zum Ende hin schlichtweg unserer enormen Verletztenmisere Tribut zollen. Wenn dir permanent 6-7 Spieler aus dem engeren Kreis der ersten Mannschaft fehlen, dann kommt man häufiger in Spielsituationen, in denen man das nicht mehr kompensieren kann. Dennoch waren da auch wirklich unnötige Niederlagen dabei.

Zwischenzeitlich stand man auf Platz eins, jetzt ist man ins Mittelfeld abgerutscht – was ist passiert?

Atze: Von Platz 1. ab ins Mittelfeld! Naja, passt ja zur Jahreszeit, wenn es kalt wird kommt man auch mal ins Rutschen. Aber wenn man im Tal ist gehts bekanntlich danach wieder nach oben (lacht). Die Gründe dafür habe ich ja schon genannt.

Tim: Letztlich fehlten uns zum Ende hin einfach zu kontinuierlich zu viele Spieler. Das merkt man dann im Training und natürlich auch im Spiel. Vielleicht haben wir uns in ein paar Situation auch von unserem Lazarett auf dem Platz zu sehr beeindrucken lassen. Gerade das letzte Heimspiel gegen Roßleben muss man so nicht herschenken, auch wenn es zu den beiden frühen Verletzungen kam.

Welche Stärken und Schwächen haben sich bisher offenbart?

Atze: Wir haben wie jedes Jahr im Offensivspiel unsere Stärken, es gibt kaum ein Spiel in dem wir keine Bude machen. Zeigt sich ja auch darin das wir mit Kühle (Opa Horst hätte trotzdem 5-6 Tore mehr gemacht! lacht) und Philipp wieder die Toptorjäger der Liga in unseren Reihen haben. Auch die Defensive stand am Anfang der Saison super und fing dann irgendwann an ein Bisschen löchrig zu werden. Das hat aber auch damit zu tun das wir wegen der oben genannten Gründe häufiger Umstellen mussten. Ist aber keine Kritik an den Jungs in der Verteidigung oder dem Torhüter. Defensive fängt ganz vorne an, da ist jede Position mitverantwortlich.

Tim: Wenn wir nahezu auf unseren vollständigen Kader zurückgreifen konnten, war es für jede Mannschaft schwer gegen uns. Unsere Offensive hat ganz schön abgerissen – nicht umsonst haben wir die meisten Tore in beiden Kreisliga-Staffeln erzielt. Auch unsere Defensive hat das über weite Strecken sehr ordentlich verteidigt. In beiden Mannschaftsteilen hat man aber gemerkt, dass wir zum Ende hin häufig umstellen und improvisieren mussten. Ein wenig mehr Konsequenz unser Spiel auch über 90 Minuten durchzuziehen, würde uns sicher auch nicht schaden.

Sollte die Saison irgendwann weitergehen, wohin kann die Reise noch gehen?

Atze: Ich denke wir können und müssen am Ende unter den 5 besten Teams der Staffel sein.

Tim: Wenn wir die restlichen Spiele komplett bestreiten können und von Verletzungssorgen weitestgehend verschont bleiben, ist für uns auch immer noch ein Top 3 Platz möglich. Da muss dann aber auch alles halbwegs passen.

Welche Erfahrungen konnte man bisher in der Kyffhäuserstaffel sammeln?

Atze: Es ist ja bekannt das wir nicht glücklich waren in die Kyfstaffel zu müssen. Aber es zeigt sich das es auch einen gewissen Reiz hat sich mal mit anderen Teams zu messen. Der Unterschied zur gewohnten Nordhäuser Staffel? Aus meiner Sicht wird im Kyfhäuser Kreis körperbetonter gespielt dafür kommt aber der technische Fußball ein Bisschen kurz.

Tim: Ich kann mich da nur anschließen.

Die Mannschaft ist größtenteils zusammengeblieben. Wo seht ihr auf dem Transfermarkt noch Handlungsbedarf?

Atze: Ja zum Glück sind noch fast alle Akteure an Bord. Über gezielte Verpflichtungen neuer Spieler für spezielle Positionen habe ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken gemacht. Grundsätzlich bin ich über jeden Neuzugang dankbar, egal ob 1. oder 2. Mannschaft. Natürlich sind wir auf einigen Positionen zwar super besetzt, aber hier und da leicht überaltert.(außer im Tor lacht) Das größte Problem der Vereine ist ja generell der fehlende Nachwuchs, was ja auch daran zu erkennen ist wie viele Spielgemeinschaften in den letzten Jahren entstanden sind. Trotzdem haben wir eine starke Truppe und eine gesunde Mischung aus Gut und jung! (lacht)

Tim: Ich habe mir in der Hinrunde schon einige Spiele anderer Mannschaft von Kreisklasse bis Kreisoberliga und auch Juniorenspiele angeschaut. Aktuell sind wir personell, wenn denn nicht die halbe Mannschaft im Lazarett ist, sehr gut aufgestellt. Dennoch muss es unser Ziel sein, die Spielgemeinschaft zielstrebig und Stück für Stück mit neuen jungen und talentierten Spielern weiter nach vorn zu bringen und zukunftssicher aufzustellen, damit wir auch langfristig im Helme Park und im Helmestadion noch attraktiven Fußball sehen können.

Noch ein paar abschließende Worte?

Atze: Ich wünsche allen Spielern, Vereinsmitgliedern und deren Familien eine wundervolle Weihnachtszeit und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr. Bleibt gesund und Daumen drücken das wir bald wieder kicken können! Ein großes Danke geht auch an unsere Fans, die in Teilen wirklich jede Auswärtsfahrt mitgemacht haben!

Tim: Dem kann ich mich nur anschließen!

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